1. Periode: die Zeit in der Kölnischen Provinz

Die Geschichte des Klosters und der Kirche in Ehrenbreitstein ist eng verknüpft mit der Geschichte der acht Trierer Kurfürsten, die ihre Residenz im Schloss „Philippsburg“ in Ehrenbreitstein hatten. 

Als der damalige Fürstbischof von Speyer, Philipp Christoph von Soetern, im Jahre 1623 Kurfürst von Trier wurde, verlegte er schon kurz nach seinem Regierungsantritt aus politischen und auch persönlichen Gründen seine Residenz an den Rhein in den Schutz der schon damals bestehenden kurtrierischen Festung Ehrenbreitstein.

Am Fuß der Festung in dem Ort, der zu jener Zeit noch „Mühlheim im Thal“, später „Philippsthal“ hieß, ließ er 1626 das neue Schloss, die „Philippsburg“, bauen. Zu gleicher Zeit bemühte er sich, für die Seelsorge am Hof und in der Residenzstadt Kapuziner zu bekommen, wie er es  auch schon vorher  in Speyer getan hatte. 1627 kamen die ersten Patres und wohnten zunächst in einem Privathaus. Am 18. Oktober 1628 legte der Kurfürst selber den Grundstein für Kirche und Kloster. Wann die Weihe der Kirche und die des Klosters stattfanden, ist leider nicht mehr festzustellen. Der 30 jährige Krieg, der zu jener Zeit anderswo schon 10 Jahre lang gewütet hatte, hatte bis dahin das kurtrierische Gebiet kaum berührt. Kurz nach Beendigung der Bauarbeiten am Schloss und am Kloster und nach dem Einzug in die neuen Gebäude änderte sich die politische Lage, und der Krieg mit all seinen Begleiterscheinungen und Folgen griff auch auf das Kurfürstentum Trier über.

Um sein Land und seine Untertanen vor Plünderungen und anderen Schikanen der Schweden und der mit den Kaiserlichen verbündeten Spanier zu schützen, schloss der Kurfürst am  9. April 1632 einen Neutralitätsvertrag mit den Schweden und Franzosen, worin u.a. den Franzosen erlaubt wurde, die Festung Ehrenbreitstein mit über 1000 Mann zu besetzen. Was dem Wohle dienen sollte, wurde aber zum Schaden: Denn Philipp Christoph, der als Kurfürst eigentlich auf der Seite  des Kaisers stehen sollte, wurde so zum „Verräter“. Er geriet im März 1635 in die Hände der Spanier, die ihn an den Kaiser auslieferten. Bis 1645 blieb er am Kaiserhof in Wien in „Ehrenhaft“. Nach seiner Begnadigung durfte er nach Trier zurückkehren, konnte sich aber wegen Krankheit und Alter nicht mehr viel um seine Residenz am Rhein kümmern. Hier sah es schlimm aus: der ganze Ort Philippsthal war ein einziges Trümmerfeld und lag in Schutt und Asche, auch das Kapuziner-Kloster und die Kirche. Denn als 1636 die kaiserlichen Truppen die Stadt Koblenz schon erobert hatten und Anstalten machten, die von den Franzosen besetzte Festung Ehrenbreitstein zu belagern, setzte die französische Besatzung am 6. Mai 1636 aus taktischen Gründen den ganzen Ort in Brand und verwüstete  ihn. Nach einem Jahr Belagerung mussten die Franzosen aber wegen Mangel an Proviant kapitulieren und die Festung verlassen. An den Wiederaufbau des Klosters und der Kirche war aber noch jahrelang nicht zu denken.

Anfang 1652 wurde Carl Caspar von der Leyen Kurfürst von Trier. Gleich zu Beginn seiner Regierungszeit ging er daran, die Kriegsschäden überall zu beseitigen und auf den Trümmern wieder aufzubauen. So auch in der Residenz am Rhein, wo er u.a. das Kloster und die Kirche der Kapuziner auf dem alten Fundament wieder neu erstehen ließ. Am 7. November 1656 fand die feierliche Weihe statt. Zu Patronen der neuen Kirche wurden erwählt:  der hl. Franziskus, der hl. Apostel Philipp und der hl. Karl Borromäus. Kurfürst Carl Caspar nahm aber die Weihe nicht selber vor, sondern ließ seinen Weihbischof Otto von Senheim dies tun. Das hatte seinen einfachen Grund in der Tatsache, dass Carl Caspar zwar Kurfürst war und auch durch die Niederen Weihen zum klerikalen Stand gehörte, aber keine Weihe-Vollmacht besaß, weil er keine Priester- und Bischofsweihe hatte.

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