Aus der Chronik der Kirche von 1628 bis 1756

Fotos von Kurt Singer und Manfred Diehl / Pfarrarchiv Hl. Kreuz

 

1628 18. Oktober
Der Trierer Kurfürst und Erzbischof  Philipp Christoph von Sötern (1623-52) legt den Grundstein für die Kirche der Kapuziner, die er im Jahr zuvor nach Ehrenbreitstein gerufen hatte.

1629
Die vollendete Kirche erhält als Schutzpatrone die Apostel Philippus (links) und Jakobus (rechts); daran erinnern diese beiden Holzfiguren auf dem Hochaltar.

1636     15.Mai
Kirche, Kloster und ganz Ehrenbreitstein werden von der französischen Besatzung der Festung in Brand geschossen.

Der Apostel PhilippusDer Apostel Jakobus

 

1655
Kurfürst Carl Caspar von der LEYEN (1652-1676) lässt die Kirche wieder aufbauen. So steht es auf der Inschrift über dem Kirchenportal:

GratIa et MerItIs Generos I CasparI De Leyen = MDCLV 1655 / Durch die Güte und Stiftung des edlen Caspar von der Leyen. Die gleiche Jahreszahl steht über dem Chorbogen.

Ueber dem Kirchenportal

1656     7. November
Konsekration durch den Weihbischof Otto von SENHEIM, 1601 in Koblenz geboren, Dominikaner. Die Kirchenpatrone werden nun Franziskus von Assisi, der Apostel Philippus und Karl Borromäus.

In der Kirche wird ein Taufstein aufgestellt für den zuständigen Pfarrer von Niederberg. Dieser Taufstein steht heute vor dem Mutter- Beethoven- Haus1

668
Im Kloster wird das Studium für die Kapuzinerstudenten eingerichtet, die hier und in der Schlosskirche die hl. Weihen erhalten.

1676
KARL IV., Herzog von Lothringen (1604-1675), nach einem bewegten Soldatenleben in Konz gestorben, wird in der Loreto- Kapelle beigesetzt..

Das alte Taufbecken

1680     11. Januar
Br. BONITIUS HOFFMANN aus Trier, Bildhauer und Architekt, vermutlich am Kirchbau beteiligt, findet hier seine letzte Ruhe.

1683     3. November
P.ARCHANGELUS BREDINUS aus Trier, Feldpater im Heere Tillys, erster Provinzial der Rheinischen Kapuzinerprovinz (1668-71), als erfahrener Architekt wohl auch am Kirchenbau mitgewirkt, wird in der Kirche vor der Kommunionbank beerdigt.

1687/88
P. MARTIN VON COCHEM (1634-1712), Lektor und Volksschriftsteller, ist hier als Prediger.

1701
Kurfürst Johannes Hugo von ORSBECK (1676-1711) lässt die Loreto-Kapelle renovieren, eine Tür und zwei Fenster einbauen, eine Loreto-Madonna aufstellen sowie die Begräbnisstätte neu herrichten.

1707      21. Oktober
Die vom Kurfürsten erbaute Pfarrkirche Hl. Kreuz erhält ihre Konsekration und einen eigenen Seelsorger.

1710     5. November
Johannes Matthias von EYSS (1669 in Vallendar geboren) wird zum Weihbischof von Trier geweiht.

Madonne mit Grabstätte

1711     22. Januar
Trauergottesdienst für den am 6.1. verstorbenen Kurfürst Johann Hugo von Orsbeck und vorläufige Beisetzung in der Loreto-Kapelle.

Hl. Kreuz wird selbständige Pfarrei unter Caspar Adam BETZ, Probst und Geistlicher Rat.

1712     6. November
Beginn der Oktavfeier zu Ehren des ersten Kapuziner-Heiligen Bruder Felix von Cantalice   (gest. 1587).

1715
Der Leichnam des Kurfürsten Johann Hugo von Orsbeck wird von der Kapelle in den Trierer Dom überführt.

4.Dezember
Trauergottesdienst für den in Wien verstorbenen Kurfürsten Karl Josef von Lothringen (1711-1715).

1717
Die Gebeine des Herzogs Karl IV. von Lothringen werden ohne Wissen des Kurfürsten aus der Loreto-Kapelle weggeholt und in die Heimat gebracht.

1725     21. August
Das vom Koblenzer Magistrat geschenkte Holzkreuz wird vor dem Kirchenportal errichtet und eingeweiht.

1729     5. Februar
Franz Georg von SCHÖNBORN (1729-56) wird zum Erzbischof von Trier erwählt. Er wurde zum größten Wohltäter der Kapuzinerkirche.

24. – 26. Juli
Feier der Seligsprechung des Kapuziner-Martyrers P.Fidelis von Sigmaringen (+ 1622)

1731
Für die Seitenaltäre werden zwei große Bilder angeschafft die leider nicht mehr vorhanden sind.

1733     17.  Mai
Der Kurfürst nimmt selbst die Priesterweihe vor am Wormser Kanoniker von Ingelheim

Nach zahlreichen Erdbeben, Seuchen und Kriegen ordnet der Kurfürst ein 40stündiges Gebet an.

1735
Catharina Staz stiftet 700 Gulden, damit die Kirche erweitert werde.

1739
Errichtung eines neuen Muttergottes – Altares in der Loreto-Kapelle.

4. Oktober
Der Kurfürst kommt (regelmäßig) zur Festfeier seines Namenspatrons, bei der ein Dominikaner predigt.

1740     Dezember
Kirche, Chor und Kloster werden zweimal vom Hochwasser heimgesucht.

Mutter-Gottes-Altar

1747     Mai
Die Kirche wird neu verputzt und angestrichen, neue Fenster eingesetzt.

In der Kapelle wird ein zweiter Altar  der Schmerzensmutter (Matthias und Josef KÖNTGEN?) errichtet, ein Geschenk des Kurfürsten.

24. September
Beginn der Oktav zu Ehren der neuen Kapuzinerheiligen Fidelis von Sigmaringen und Josef von Leonessa mit Prozession und täglicher Predigt.

Die Schmerzensmutter

1748
Die Kanzeltreppe in der Kirche wird abgebaut und ein neuer Zugang durch die Seitenwand geschaffen

1749     16. Februar
Johannes Nikolaus von HONTHEIM (1701-1790) nimmt als Weihbischof seine ersten Weihehandlungen vor in der Erteilung der Tonsur und Spendung der Firmung.

Der Hofrat Johann Caspar BOGLER lässt von Laurentius BECKENKAMP (1704-1762) die Vertreibung aus dem Tempel malen und im Windfang der Kirche aufhängen. Das Bild befindet sich heute im Klosterbezirk.

1752
Die Gebete und Andachten, die im Laufe des Jahres in der Kirche verrichtet wurden, werden in Druck gegeben.

Für den Eingang zur Loreto-Kapelle wird ein neues Eisengitter erstellt, durch den Hofbaumeister Johannes SEIZ entworfen und vom Hofschlosser UNTERSEHER angefertigt.- Nicht mehr vorhanden.

Vertreibung aus der Kirche

1753
Die Kirche erhält 3 neue Altäre, die von Johannes SEIZ entworfen werden, für deren Herstellung der Hofschreiner 724 Taler bekam. Vincentius DAMINIJ aus Venedig (+ 1757 in Pfaffendorf) malt 6 Altarbilder für 121 Taler. Erhalten sind nur: Hochaltar: Aufnahme Mariens in den Himmel, darüber das Bild des hl. Andreas. Im linken Seitenaltar der hl. Fidelis von Sigmaringen, im rechten der h. Felix von Cantalice.

Der neue Altar

Frau von MEES lässt um das Fenster der Loreto-Kapelle in Fresko die Verkündigung malen.

Fenster der Loratto- Kapelle

1754
Eine neue Kommunionbank wird erstellt. Das Foto rechts zeigt die Kirche im Jahre 1967 mit dieser Kommunionbank.

Der Kaufmann Franz PESCATORE übernimmt die Kosten für den Neuguss der zersprungenen Glocke.

9. Mai
25jähriges Regierungsjubiläum des Kurfürsten, bei dem die Kirchenfassade illuminiert wird. Die regelmäßige Betstunde (1-2 Uhr) des Dritten Ordens wird auf den letzten Sonntag im Monat festgelegt.

Alte Kirchenansicht

1755     15. Juni
Der Kurfürst weiht den erwählten Coadjutor Johann Philipp von WALDERDORF zum Bischof. Eine neue Kanzel wird eingebaut, gestiftet von der Witwe HARTUNG.

1756     6. Januar
Johann Philipp von Walderdorf weiht Franziskus STEINMANN (geb. in Ehrenbreitstein, + 11.2.1756) zum Abt von Maria Laach, unter der Assistenz der Äbte von Rommersdorf und Sayn.

25. Januar
Beisetzung des am 18.1. verstorbenen Kurfürsten Franz Georg von Schönborn in der Loreto-Kapelle.

20. April
Überführung des Verstorbenen auf der Mosel zum Dom in Trier.

14. November
100-Jahrfeier der Kirchweihe.

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