Aus der Chronik der Kirche von 1904 bis heute

1904
Eine elektrische Beichtschelle wird installiert. Für die Christmette werden Eintrittskarten ausgegeben.

1906
Die Kirche wird an die Zentralheizung des Klosters angeschlossen.

1908     11. Juni
Bischof Michael Felix KORUM legt den Grundstein zum Kinderheim des Seraphischen Liebeswerkes.

August
Das Kloster wird Residenz des Provinzials der Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz.

1909
Die Kirchenfassade wird mit Stuckornamenten versehen.

2. -4. Oktober
700-Jahrfeier der Gründung des Seraphischen Ordens.

1914     6. Januar
Das Seraphische Liebeswerk feiert das 25 jährige Bestehen; P. Cyprian Fröhlich hält die Festpredigt.

August
Während der Mobilmachung ist die Kirche Tag und Nacht offen, um die Beichte zu hören.

23. August
Für die Zeit des Krieges wird Militärgottesdienst gehalten.

1917
Die Kirche erhält elektrisches Licht, gestiftet von Fräulein Maria Reinhard.

1920     14. / 15. Januar
Das Hochwasser steigt in der Kirche 70 cm hoch. Der Wasserstand ist an der Holzvertäfelung der Wände abzulesen.

Hochwasser in der Kapuzinerkirche

1921     1. -3. Juli
700-Jahrfeier der Gründung des Dritten Ordens.

1924
Der Organist und Komponist Josef Buschmann (+ 1966) gründet einen Aktionsausschuss zur Beschaffung einer neuen Orgel.

1925     16. August
Weihe der neuen Orgel, von Johannes Klais erbaut.

1926     1. Januar
Das Hochwasser steigt in der Kirche 80 cm hoch.

1927     23. Oktober
Jubiläum: 300 Jahre Kapuzinerkloster Ehrenbreitstein.1930    

23. April
Dachstuhl, Dachreiter und Glocke werden Opfer eines Brandes. Das Gewölbe im Presbyterium wird durch eine Betondecke ersetzt.

1931     22. -26. April
Feier der Seligsprechung des Br. Konrad von Parzham.

1933
Die Kirchenfassade erhält einen mattgrünen Anstrich.

Therese Neumann aus Konnersreuth besucht den Gottesdienst während ihrer Wallfahrt nach Trier.

1934
Die Loreto-Kapelle wird renoviert; eine barocke Statue des hl. Konrad von Parzham (Henri Helwegen / Koblenz) auf den renovierten Muttergottesaltar gestellt. Die Totengruft unter der Kapelle wird zugeschüttet.

1935
Beginn der Kirchenrenovation: ein neuer Fußboden wird gelegt; die Beichtstühle werden in die Wände gerückt; die Holzverkleidung nach dem Vorbild der Bacharacher Kapuzinerkirche wird angebracht; die Altäre werden neu gefasst und die Kirche neu gestrichen

1939
Die Kirchenbänke und die Kommunionbank werden erneuert.

Der Hl. Konrad von Parzham

1944    25. September
Eine Luftmine, die im Garten niedergeht, beschädigt das Kirchendach.

6. November
Koblenz brennt; die Kirche ist ohne Fenster, de Gottesdienst wird in das Refektorium verlegt.

1945     Pfingsten
Wieder Gottesdienst in der Klosterkirche, auch für die Pfarrgemeinde, nachdem an Silvester die Kirche HL. Kreuz zerstört wurde.

1974     6. Juli
Das Kapuzinerkloster übernimmt die Pfarrseelsorge in Ehrenbreitstein.

1952     August
Die Kirchenfassade erhält einen neuen Rauverputz mit weißem Anstrich und dunklem Steinsockel.

1956     7. November
300- Jahrfeier der Kirchweihe.

1964     1. Mai
Die Pfarrgemeinde zieht um in ihre neuerbaute Pfarrkirche Hl. Kreuz.

1968     30. September
Die Kommunionbank wird entfernt und ein Voraltar aufgestellt.

1970   27. April
Das Hochwasser (8,60 m) macht an der obersten Stufe des Kirchenportals halt.

1975     15. Januar
Beginn der Planungen für eine Gesamtrenovation der Kirche mit Architekt Alfons Erb/Waldesch.

Die neue Kirche Hl. Kreuz

1976     März
Beginn der Renovationsarbeiten; der Gottesdienst wird im Gebetschor gehalten.

Die Mauern und der Boden werden gegen Feuchtigkeit isoliert, neuer Fußboden gelegt und eine Warmluftheizung eingebaut; unterhalb des Daches wird um die Mauern ein Betonanker gegossen und neue Zuganker eingesetzt. Der Dachstuhl wird verstärkt, der Schiefer erneuert. Die Kirche erhält neue Fenster, neuen Verputz und Außenanstrich. Die Altäre und Kanzel werden neu gefasst. Ein Voraltar aus Stein wird aufgestellt. Die Sakristei wird neu erbaut, darin ein Beichtstuhl und Beichtzimmer mit Zugang von der Loreto-Kapelle.

1977     März
Wieder Gottesdienst in der Kirche nach Vollendung der Renovation.

 

 

Chronik bis 1977 von P. Konradin Roth, die Weiterführung von Manfred Diehl

 

1993     23. Dezember
Das Hochwasser stieg rasant auf 92 cm in der Kirche und im Kloster; es blieb kaum Zeit, die Kirche und die Sakristei zu räumen, da der Anstieg des Pegels seitens der Behörde bis zuletzt unterschätzt wurde.  
 Die bereits aufgestellte Krippe wurde auf den Voraltar gestellt, das Wasser reichte schließlich bis zur Oberkanne des Altares. Bereits ab dem Weihnachtstag konnte jedoch mit der Säuberung begonnen werden, statt in der Kirche zu glänzen, wurden die Christbäume verschmutzt auf die Straße zur Abfuhr geschleift.

Der Chronist der Kirchenchronik 1628-1977,  Pater Konradin Roth + 14.11.1994

199526. Januar bis 3. Februar
Wieder ein „Jahrhunderthochwasser“, jedoch „nur“ bis 71 cm in der Kirche. Das Wasser stieg langsam, verweilte aber eine Woche lang und richtete große Schäden an durch Feuchtigkeit und aggressive Verschmutzung.    28. Dezember 2002  Ein erneutes Hochwasser mit Höchststand von 8,81 Meter wirke sich diesmal nicht auf uns aus, da die neue Hochwasserschutzanlage dicht hielt.

2006     28. Oktober
Mit Bischof Reinhard Marx wird bei einem Pontifikalamt dem 350 Weihetag der Kirche gedacht. Ausstellung.

2007     Oktober
Der Provinzial verlegt seinen dauernden Aufenthalt nach Frankfurt. Die Pfarrgemeinde Hl. Kreuz feiert im Winterhalbjahr die Gottesdienst in der Klosterkirche.

2008     Januar
Plötzlich und für viele unerwartet verstirbt der Guardian des Klosters und Kooperator in der Seelsorge der Pfarreien Pater Theodosius. Die Beichtseelsorge, die Sonntagsgottesdienste und die seelsorgerische Betreuung des Klosters der Kapuziner Klarissen von der Ewigen Anbetung in Pfaffendorf müssen eingestellt werden.

2008     14. September
Mit einem festlichen Gottesdienst mit Prälat Dr. Holkenbrink und Provinzialminister Christophorus Goedereis werden die Kapuziner verabschiedet. Die gemeinsame Provinzleitung der rheinischen-westfälischen und bayrischen Kapuzinerprovinz wird in München errichtet.

2009 Dezember
Das Kirchenportal wird gründlich überarbeitet und erstrahlt in neuem Glanz.

Nachwort

 

In den vergangenen 350 Jahren hat die Klosterkirche der Kapuziner in Ehrenbreitstein viele Generationen kommen und gehen sehen, und mit ihnen viele Lebensstile und Denkweisen. Viele Hände haben an ihr gebaut und sie geformt und geprägt. Sie ist als Barockkirche entstanden und auch heute noch als Barockkirche zu erkennen. Sie wurde auch als Klosterkirche für ein Kapuzinerkloster konzipiert und ist es auch, was die Struktur und die Größenmaße angeht. Aber in ihrer Ausstattung und Ausschmückung ist sie keine typische Kapuziner-Kirche. Sie hat etwas Fürstliches an sich und verrät dadurch auch ihre Herkunft und Vergangenheit. Glanz und Gloria der Kurfürsten sind vergangen, aber ein Stempel davon ist in der Klosterkirche zurückgeblieben. So gibt diese heute noch in unseren Tagen Zeugnis, sowohl von der barocken Lebensfreude früherer Zeiten, als auch von der großherzigen Opferbereitschaft der damaligen Gönner und Wohltäter.

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